Das Monster
Ein kleiner Bub hüpft die Tür hinein,
er will nicht draußen sein, so allein!
Denn dort draußen tobt der Sturm,
und finster herrscht der dunkle Turm.
Eben von diesem
Turme dort,
ein ganz ein böser Geist rumort.
Drag, so schlecht wird er genannt,
von Satan da selbst ausgesand.
Er breitet seine Schwingen aus,
und gleitet in die Nacht hinaus.
Es lüstet ihn nach jungem Blut,
er muß töten, der Tunichgut.
Schon erblickt
er den kleinen Bub,
der hastig springt in die gute Stub.
Die Jagt ist heute fehlgeschlagen,
es füllt sich nicht des Monsters Magen.
Drum setzt er
sich in sein Schlösselein,
und zieht sich halt´n Pfeifchen rein.
Steffen Eggers
aus irgendwo
HOW
I JUST COULD KILL A MAN
von Torsten Kühn.
Im tosenden Etwas auf der Tanzfläche, stampfende Rhythmen, tamtam,
when the shit goes dooown, Schwarzlicht ist die Haselnuß, Vergnügungsstadien
der Retrorevolte, inmitten der verknoteten Leiber, der YO - Rufe
und Fingerzeichen, Schmelztiegel und destruktives Disziplinarverfahren:
Er bahnte sich seinen Weg, kam von ihm ab, fand ihn aufs Neue.........
"Haste mal ne Kippe?"
... "Meeensch, paß doch mal auf!"
... "Sorry."
... "Dürft' ich mal?"
... "Jetzt laß mich doch mal durch!!"
... "S'reicht jetzt, eh!!!"
... "WIXER!!!!!!!!!" ...
... etc.
Er hat ihn gefunden. Da steht er, saugt lässig an seiner Zigarette,
sieht sich mit szenekompatibler Gelangweiltenfresse nach Fickgut
um, nippt dann und wann am Bier. Die Klamotten aus nobelsten Merchandising-Shops
zusammengekauft, weite Hosen, Bandembleme auf T-Shirt, Jacke, Kapuzenpullover,
der wiederum um die Hüften geknotet ist, und dessen Kapuze deshalb
im Schmand des Discobodens hängt, die Haare rot gefärbt und im KZ-Stil
frisiert, die Augen grau, das Gesicht geschnitten. Schön geschnitten,
wenn's gefällt. Elfenbeinernes Kunstwerk, so der Märchenonkel. Nasenring,
Augenbrauenring, Ohrring, Fingerring. Ringelpietz zum Aufpassen.
Linker Fuß Takt kloppend. Geschehen: Gerade rempelt ihn ein HipHop-Heinzelmännchen
an, Typ Banzai-Bonsai. Fehler, böser Fehler, schnell zurückgerempelt,
rasch noch mittels Knie in die Eier getreten, und Heinzelmännchen
verzieht sich ächzend und auf allen Vieren zu Heinzelmädchen. Heute
Nacht wird er ihr nicht viel zu bieten haben. Der Lässige nimmt
wieder gewohnte Stellung ein, doch nur für kurze Zeit.
"HEY VOLKER!!!"
Er dreht sich in die Richtung, aus der er seinen Namen vernommen
hat, und sieht ihn. Der Finger krümmt sich, einmal, zweimal, dreimal,
Volker bricht zusammen, und nun liegt er da. So einfach ist das.
Es gibt nichts mehr zu tun, er steckt die Pistole wieder ein, läßt
sich von der tanzenden Masse Richtung Ausgang treiben und tritt
ins Freie.
"Ich habe wohl soeben einen Volkermord begangen." Denkt er noch
bei sich, kichert, und geht in den nahegelegenen Schnellimbiß.
(erschienen
1998 im GRÖSSENWAHN)
Torsten
Kühn tritt auch unter dem wenig innovativem Pseudonym "der
flotte Totte" in unregelmäßgen Abständen als Liedermacher in Erscheinung.
"Joint Venture" so behauptet er, "lieben mich einfach. Zwar fehlt
mir für diese These jeglicher Beweis, aber ich glaube, sie stimmt."
Totte schreibt für das Bonner Literaturmagazin "GRÖSSENWAHN"
und würde sich über Post von interessierten Lesern sehr freuen.
Außer einem Buchvertrag benötigt er dringend eine D-Seite für seine
Wandergitarre, denn er vermißt das Gitarrenspielen - im Gegensatz
zu seinen Nachbarn - doch sehr.
Erhältlich sind von ihm: Das Manuskript von "Schinken, Eier und
die Angst" 125 Seiten, Din A 4 - Format, für DM 15, sowie eine
MC: "Zwischenspiel eines (beinahe) satanischen Heavy Metal Musikers+
diverse Bonuslieder" 90 Minuten, für DM 10.
Für Kontaktmöglichkeit sorgt folgende Adresse: T. Kühn / Peter Bauer
Straße 13 - 15 / 50823 Köln / 0221-5104908
außerdem: DAS
DESASTER DES DOPE DEALERS ( eine überarbeitete, leicht
veränderte Version eines Kapitels aus seinem Roman )
wir
hoffen doch sehr, daß das noch nicht alles war.