23. Januar 2001
Ab sofort ist Götz mit einer eigenen Seite im Netz: www.goetzwidmann.de. joint-venture.de und harmlos.de bleiben weiterhin online, sollen aber als eine Art Museum weitgehend auf dem Stand erhalten bleiben, wie sie Kleinti hinterlassen hat.

Inhaltliche Fragen zu joint-venture.de bitte an Götz Widmann (Kontakt) richten, technische Fragen an Carsten Dobschat (Kontakt).

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das Archiv - der Newsletter - Herbst 98 / 2
 
 

herbst 98 /2

Bonn, vor ein paar Tagen

das Volk hat gewählt. Wir trauern um all die Autocorsos, die es nicht gegeben hat, weil die Deutschen den ersten vorn Wähler abgesetzten Kanzler dieser Republik nun einmal nicht so feiern wie zum Beispiel Bertis kläglichen Sieg gegen Mexiko. Naja, vielleicht war es ja auch nur gesundes Mißtrauen. Mit dem, was bei den Koalitionsverhandlungen am Ende herausgekommen ist, können nicht alle Wähler dieser Koalition zufrieden sein. Wir als Haschischraucher sind jedenfalls sehr enttäuscht. Koalitionstechnisch betrachtet war der Verzicht auf die Cannabisle-galisierung so etwas wie der Preis für das neue Ausländergesetz. Und das ist langfristig vielleicht wirklich wichtiger (schon allein mehrheits mäßig). Wir umarmen unsere neuen Mitbürger und fordern sie auf, mit uns dafür zu arbeiten, daß bald schon der erste grüne Türke Bundeskanzler wird. Es gibt ja auch gute Nachrichten. Der eine oder die andere erinnert sich sicher noch an Eduard Lintner, unseren Ex-Bundesdrogenbeauftragten (dieses Ex- vor dem Bundesdrogenbeauftragten genießen wir hoffentlich nicht allein). Eduard Lintner von der bayerischen CSU, in seinem Wahlkreis liebevoll Schoppenedi genannt. Weg. Abgewählt. Die neue Bundesdrogenbeauftragte heißt Christa Nickels, Grüne. Das läßt schon ein bißchen hoffen. Wir, Joint Venture und Mary, unsere Bookerin, sind auch unter rot-grün immer noch der Repressalie ausgesetzt, daß unser Telefon abgehört wird. Seit etwa eineinhalb Jahren haben wir so ein komisches Rauschen in der Leitung, und neulich klingelte bei Kleinti das Telefon, er ging ran, hörte erstmal ein Knacken und dann informierte irgendein Spitzel einen anderen Spitzel, mit wem er und Mary im Laufe des Tages gesprochent hatten, Namen für Namen, Gesprächsdauer und -inhalt. "He, ihr Arschlöcher, ich hör euch!" reinbrüllen nutzte gar nichts, die hörten uns ab, hörten aber tatsächlich nicht, daß wir sie hörten. Seitdem wissen wir jedenfalls, daß das Rauschen nicht von der Telefonanlage kommt. Wenn das wenigstens Klatschreporter wären, aber nee, nix, großer Lauschangriff im Dienste der öffentlichen Sicherheit. Das ist wirklich eine der sinnlosesten Arbeitsbeschaffungs-maßnahmen, von denen wir je gehört haben. Wir gestehen doch sowieso alles. Jungs, ihr kriegt doch auch bestimmt dieses Rundschreiben, ansonsten seid ihr absolute Vollidioten, also lest es hier, es ist wahr: wir befürworten die Legalisierung von Cannabis, und wir rauchen das Zeugs auch. Manchmal fressen wir es sogar. Und falls es euch irgend was bringt, ein paar Gramm Gras zu finden, kommt vorbei. Nach unseren Berechnungen kostet eine individuelle Dreischichtüberwachung tausende von Mark pro Tag. Herr Schily, als Innenminister sind Sie jetzt für unseren Fall zuständig, wir machen Ihnen ein Angebot: geben Sie uns die Hälfte von dem Geld, das unsere Observation den Steuerzahler kostet, und wir verschwinden, wenn wir umseitige Konzerte hinter uns gebracht haben, erstmal für ne Weile von der Bildfläche, garantiert ganz weit weg. Jetzt dann doch noch ein paar Worte zur Musik. Wir waren im Oktober zum zweiten Mal als Support von JBO unterwegs (zum Kennenlernen www.jbonet), die sich mittlerweile fast ohne Radio- oder Fernsehpromotion in die Top Ten der LP-Charts gespielt haben. Es war schön, zu beobachten, wie normal die Jungs geblieben sind, obwohl ihnen auf einmal die Popgazetten von Bravo bis Metal Hammer Hochglanz-doppelseite widmen. Nach wie vor geben sie nach jedem Konzert noch solange Autogramme, bis jeder, der eins will, auch eins gekriegt hat. Hier und da hatten wir als Vorgruppe einen ganz schön har ten Stand, denn die Leute kommen nun mal wegen der Hauptband und der Name JBO eignet sich hervorragend für Sprechchöre. Naja, Lieder wie Politiker beim Ficken eignen sich dafür aber auch ganz gut für Chorgesang. Es ist schon ein supergeiles Gefühl, wenn man mit seiner Klampfe auf einer Riesenbühne sitzt, ein selbstverfasstes Liedchen singt und eine Sporthalle voller echter Metaller grölt ab dem zweiten Refrain volle Pulle mit. Beim Konsumvergleich kamen wir zu dem abschließenden Urteil, daß Kleinti alleine mehr Haschisch raucht als JBO inidusive kompletter Roadcrew. Dafür gelang es Schmitti mehrfach, Götz unter den Tisch zu trinken.

Bis dann Kleinti & Götz

 

 
 
 
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