23. Januar 2001
Ab sofort ist Götz mit einer eigenen Seite im Netz: www.goetzwidmann.de. joint-venture.de und harmlos.de bleiben weiterhin online, sollen aber als eine Art Museum weitgehend auf dem Stand erhalten bleiben, wie sie Kleinti hinterlassen hat.

Inhaltliche Fragen zu joint-venture.de bitte an Götz Widmann (Kontakt) richten, technische Fragen an Carsten Dobschat (Kontakt).

zurück zur Übersicht  
 
das Archiv - Presse - Live
 
Programmheft vom Musikbunker, Aachen Juli/ August 98:
 
Rückschau

Joint Venture? Nie gehört. Wenn man den Fehler begangen hat, eine CD des Duos anzuhören, muß man hin zum Konzert. Viele hatten anscheinend diesen Fehler begangen, denn die hütte war rappelvoll, obwohl Newcomer gewöhnlich komplett abstürzen, was die Zuschauerzahlen betrifft. Und wir hatten ein höllisches Vergnügen. Fast zwei (!) Stunden Zugaben zum regulären Programm...und die Jungs kommen in Herbst wieder.

sus
 
Kölner Stadt-Anzeiger 06.november 97:
 
Frech, poetisch und erfirischend unanständig 
„Joint Venture" traf auf ein Publikum, das von Anfang bis Ende mitging 

Troisdorf - Zugegeben: Die Ankündigung, es würden deutsche Texte zu gezupfter Gitarre gesun-gen, lassen den an englische Pophits gewohnten Menschen zunächst das Schlimmste befürch-ten. Der denkt nämlich direkt an violett gekleidete Liedermacher oder auch an haarsträubende Rap-Reimereien. Das Bonner Duo „Joint Venture" jedoch beweist, daß Deutsch-Gesungenes zu Klampfenmusik weitaus mehr kann. 
Freches aus der „Von-unten-Sicht", erfrischend Unanständiges in Dingen Sex und Crime sowie Poetisches aus der Alltagswelt, das bieten Martin Simon und Götz Widmann (beide 31) in harmonischen und fetzigen Melodien, mit mal warmer, mal reißerischer Stimme. So geschehen kürzlich im kleinen, aber prallgefüllten Saal des Bürgerhauses. Zu Liedern, die da heißen: „Ich schämte mich beim Wichsen" oder „Hank starb an ner Überdosis Hasch" sagt Götz: „Manche nennen uns Schmuddelpoeten, aber letztendlich machen wir doch moralische Texte. Denn wir sagen den Leuten: Laßt nicht alles mit euch geschehen, paßt auf, wo ihr nur könnt." Götz ist der kreative Part, er schreibt die Texte; Martin kritisiert und korrigiert sie. Vorbilder von beiden sind der spätmittelalterliche Francois Villon, der vom Vaganten- und Gaunerleben ein Liedchen zu singen wußte, außer dem Bob Dylan und „Ton, Steine, Scherben". 
Vielleicht lag es ja an Halloween: Es war viel vom Tod die Rede. Etwa dem einer Fliege an der Lampe. Oder dem von Curt Cobain. Dem Publikum war es nur Recht. Schließlich hatten sich viele in Dracula-Umhänge und Hexen-Kleider gehüllt, in der ersten Reihe grinste, wie es sich gehört, ein Kürbis. Begeistert mitgesungen und geklatscht wurde jedoch bei fast jedem Lied. Da wurde mit Lust dem Chef die Meinung gesagt und dann „Und tschüss" gegrölt, und zur Melodie von „Yesterday" wurde gekichert: „Ich muß gleich wieder spucken gehn." 
Über einen Mangel an Fans brauchen sich "Joint Venture" nicht zu beklagen; Endlich einmal, so scheint es, drückt da jemand mit ihrer eigenen Sprache das aus, was sie bewegt, worüber sie lachen, und nachdenken. Und so etwas verdient seine, begeisterten Zuhörer. 
Also hier.noch ein Tip für Fans, und die es werden wollen: Am Montag, 17. November, um 20.00 Uhr spielen „Joint- Venture im „02" in der Kölner Südstadt.

 
Esther Körfgen
 
Rheinische Post 17.april 97:
 
Joint Venture in Benrath
Kompromißlos unanständig

Mit ihrer dritten CD "unanständige Lieder" im Gepäck traten Joint Venture im gut besuchten Spektakulum auf. Seit dreieinhalb Jahren gibt es das Köln-Bonner Duo, bestehend aus Martin Simon und Götz Widmann, die seit einem Jahr professionell touren und schon drei CDs heraus-gebracht habenann.Sie spielen und singen mit zwei Gitarren und einer Mundharmonika Lieder über den Alltag. Sich selber bezeichnen die beiden, die beiden, die keine Liedermacher sein möchten, als „Dinger" - ein Wort, das sich aus „Dichter" und "Sänger" zusammensetze und für einen zwanglosen Umgang mit Spache und eine minimalistische Instrumentierung Stehe. 
Mit ihren Stücken, die Titel wie "Die Fliege I" und „Die zarte Artischocke" tragen, schafften sie es, das Publikum zum Lachen zu bringen. Ernst nehmen die beiden „arbeitsscheuen" Künstler kein Thema. Ihre Texte drehen sich häufig um Themen wie weiche Drogen, Emanzipation, Faul-heit und um Alleinsein oder manchmal, auch einfach nur ums Essen. Ihr Spektrum reicht von munter-witzigen bis traurig-komischen und bissigen Liedern. Kompromißlos bis ins letzte scheu-en sie vor keiner Anstandslosigkeit zurück. Doch nicht nur ihre Texte sorgten für Lachsalven, sondern auch ihre gekonnt komischen Ansagen. Nach ihrem letzten Stück mußten sie noch dreimal auf die Bühne zurück.

 
jof
 
Kölner Stadtanzeige - Beilage "Tips und Termine" vom 22./23. Mai 98:
 
Tagestip

Zugegeben: 
Ein kleines bißchen anachronistisch wirken Joint Venture schon. Bewaffnet mit zwei Wandergitarren, zupfen Martin Simon und Götz Widmann einen flotten Darm für (respektive gegen) alles, was da so kreucht und fleucht und hätten mit ihren Songs über die Unwegsamkeiten des Alltags auch schon prima auf die Burg Waldeck gepaßt. Was aber nicht heißt, daß die Lieder der bei-den im Hier und Jetzt hoffnungslos überholt wären. Im Gegenteil: Viele Probleme, die es bereits Ende der sechziger Jahre gab, sind schließlich bis heute nicht gelöst. Also muß - oder kann man drüber singen. Und genau das tun Joint Venture: Sie preisen die segensreichen Wirkungen der Hanfpflanze („Haschisch rauchen macht harmlos - in breiten Köpfen ist mehr Platz für Toleranz"), loten kenntnisreich das Pro- und Kontra von „Sitzend pinkeln" aus und haben auf ihrer neuen CD „ich brauch personal" auch was über gescheiterte Liebschatten zu reimen. „Mona, Manu, Maja, Bine/ Sarah, Rachel, Ruth, Regine/ Heike, Meike, Eva, Anne...hinter jedem dieser Namen/ stehen Tausende von Damen/und die alle brauchen Sex/Junge scheiß auf deine Ex." 
Nicht minder interessant ist das Vorprogramm: Rieh Schwab, früher der Baßmann bei Schröder Roadshow, sorgt heute als Kneipier dafür, daß die Kölner Peters-Kölsch trinken dürfen - und hat gerade ein Solo-Album veröffentlicht. Joint Venture und Rich Schwab spielen am Donnerstag, 
28. Mai, in der Kantine in Köln-Nippes.

 
MaW 
 
Neue Westfälische Presse 01./02. mai 98:
 
Gelassen dem Tod entgegensehen 
Joint venture gastierte mit „anständig unanständigen Liedern" im Queller Zweischlingen

Bielefeld-Quelle:   Willkommen   im Rinnstein. Auf kaltem Pflaster, die Beine angezogen, nahe zusammengerückt, mit Sprit versorgt: So läßt sich's aushallen. Also denn, Gitarren  spielt auf, und Barden, singt uns hier unten was von denen da oben. Doch falsch gedacht. Die Zeiten wöl- fischen Anheulens des Mondes, der sich darob einen Dreck schert, sind nicht nur für Kabaret-tisten, sie sind auch für Liedermacher vorbei. Bezeichnet man Martin Simon und Götz Widmann von „Joint Venture" als solche, die beiden wehren sich ob dieses Etikettenschwindels zu Recht dagegen. ,,Joint Venture" singen zunächst ein mal,,anständig unanständige Lieder". Und das mit großem Erfolg, wie der Auftritt im gut besuchten Zweischlingen hinlänglich bewies. 
Die oben beschriebene Gossenperspektive behalten die beiden Musiker durchgehend bei. Was fehlt, ohne von den Fans als Mangel empfunden zu werden, ist jegliche aufklärerische Absicht. Das bedeutet allerdings nicht, daß nicht reichlich ausgeteilt würde. Doch im Gegensatz etwa zu „Ton, Steine, Scherben", die ihre naive Wut über die Verhältnisse der siebziger Jahre ganz konkret gegen bestimmte Personen der Berliner Politik richteten, ist das Unbehagen am Bestehenden weniger direkt ausgerichtet. Da wendet sich der shit-verrauchte Zorn eher gegen irgend-einen Chef, der einem den Tag versaut. Oder sie machen sich, wie in „Jesus von Oberpleis", über die unbefleckte Empfängnis lustig. Irgendwie spürend, daß sie damit vielleicht ein Reiz-thema gefunden haben, mit dem sie trefflich ein Tabu brechen und die religiösen Ansichten anderer verletzen könnten. Sieht man davon ab, daß der Tabubruch auch nicht mehr der ist, der er einmal war, kann man sich an den unprätentiös-witzigen Texten durchaus erfreuen, wenn man für solche siedend heißen Themen wie „Sitzend pinkeln" ein Mindestmaß an Interesse erübrigt. Selbstbefleckung darf in diesem Zusammenhang auch nicht fehlen und nicht das Aufbegehren gegen eine ideologisch verblendete Drogenpolitik, die einem den armlosen Spaß am Joint vermiest. Rundum gehen die Schläge, mehr oder minder das Ziel witzig treffend. Wer mag, darf bei „Joint Venture" den Begriff der „Generation X" anbringen, ohne völlig danebenzuliegen. Es darf gemutmaßt werden, daß von persönlichen Dingen die Rede ist, wenn im „Papsf'-Lied das eigene lose Leben um die Dreißig besungen wird, das man immer noch nicht so recht in den Griff bekommen hat, weshalb man sich ins Rennen um den Heiligen Stuhl einklinken will. Und so singt und klampft man sich auf sehr ordentlichem musikalischen Niveau schön rotzig, selbstironisch Altersweisheiten aufflackern lassend („Ich kann dem Tod gelassen entgegensehen, denn ich bin älter als Kurt Cobain") und, Gott sei's gedankt, ohne Larmoyanz, durchs zweieinhalbstündige Programm.  Und da die Götter schon tot sind oder man sie vorzeitig , begraben hat („Requiem für Bob Dylan"), steht es auch dem Rezensenten nicht an, zu richten über „joint venture", die nicht hur zu vergnügen wissen mit „Fliegen" - und „Mageninhaltszyklen", sondern einem in diesen dunklen Zeiten der singenden Nußecken das Gefühl vermitteln, nicht völlig verscheißert zu werden. Nach Birmingham werden sie damit nicht kommen. Vielleicht aber recht bald wieder ins Zweischlingen. Die Fans würden es ihnen danken. 

 
Matthias Gans 
 
Süddeutsche Zeitung 06.mai 98:
 
Um Jahre zu alt 
FESTHALTEN AN DER PUBERTÄT: So lautet anscheinend das Motto von Götz Widmann und Martin Simon.

Die Welt ist schlecht, wenn Mann im Sitzen pinkeln soll. Und auch noch nach zu viel Alkohol und Drogen und zu wenig Sex - wo, bitteschön, bleibt der  Rock'n'Roll? „Dylan geht mir, glaub ich jetzt ne Weile auf den Sack" nölen Joint Venture in ihrem „Requiem für Bob Dylan", den alle längst den Meister nannten bevor es Guildo Horn gab. Dreißig Jahre  Streitkultur und Klampf-gitarren klaffen zwischen dem Duo aus Köln/Bonn und den deutschen Liedermachern, die sie seit rund fünf Jahren gerne demontieren wollen. Dreißig Jahre Ahnungslosigkeit mitdemPlacebo-Wissen aus dem Internet tun sich im Lustspielhaus auf. Dem wahren Leben gegen über sind Götz Widmann und Martin Simon trotz vieler blumiger Wortreime und manch nettem Wortwitz „irgendwie" sprachlos. Vermutlich geht das den ehemals Arbeitslosen der Kohl-Ära wortwörtlich „am Arsch vorbei" Egal, egal -ob nun „Scheiß auf deine Ex" oder ..Faule Sau", die beiden feixen sich mit viel Fäkalsprache und pubertierendem Männlichkeitsgegreine ins Fäustchen, wie Kin-der, die schmutzige Worte benutzen. Sind also in der Oralphase steckengeblieben, die beiden lamentieren über Laschheit, Langeweile und versiffte I.ötterbetten. Und ergeben sich ihrem Schicksal. 
Der Chef ist ein Kotzbrocken, logisch, da kriegt man den Blues, „übermorgen" ist früh genug für einen neuen Job, und über aller", schwebt die übergroße Drogendrohne Hasch. Sollen sie das Kraut doch endlich legalisieren! Nichts tun, nichts sein, nichts können, aber dafür „ne Frau, die sich mich leisten kann", daß vvär's, jawohl. Das klingt ziemlich nach Generation X. der Slacker-Loser-Perspektiviosigkeit und sozialer Hängematte. 
Die einen werden zu früh erwachsen, die anderer, werden's nie wollen. Was uns auch nicht weiterbringt, außer viel leicht zu der Erkenntnis, daß Joint Venture eigentlich zehn Jahre zu alt sind für das, was sie sagen und singen. „Man wird auf Dauer im Kopf blöd davon": ja, leider. 

 
Ingeborg Schober 
 
Göttinger Tagesblatt 06.dezember 97:
 
Vom Wunder Wurst und sterbenden Fliegen

Ein kompliziertes Konzert: Alles ist Zyklus. Zyklen von Liedern folgen einander, über lagern sich und stiften Verwirrung. Mageninhalte Zyklus, 'Trinkerzyklus, Einsame-Männer -Zyklus, Annäherungsversuchezyklus strukturieren das Programm des Bonner Duos  "Joint Venture", das im Cafe Kreuzberg zu sehen war. Zusammengehalten werden sie nur von den vier ständig wiederkehrenden Grundmotiven: Essen, Trinken, Ficken und Kiffen (mit Betonung auf den beiden beidun letzteren). 
Götz Widmann und Kleinti Simon sitzen auf Barhockern, spielen Wandergitarre und reimen „Dro-gendelikte" auf „Begattungsrelikte". Sie befassen sich mit dem Wunder Wurst, sterbenden Fliegen und - in einem Anflug von Ernsthaftigkeit - sogar mit dem aktuellen Uni-Streik. Wären sie Polit-Liedermacher der klassischen Sorte, ließe sich ihr Forderungskatalog auf die Punkte „Freie Liehe" und „Freier Hasch" zurückführen; Mit ebenso beeindruckenden wie erstaunlichen Wendungen gelingt es ihnen, auch bei vermeintlich unverfänglichen Themen doch noch den Weg zu schmutzigem Sex und prallgebautem Joint zu finden. 
Textlich zwischen dem Pseudo-Tiefsinn eines Funny van Dannen, der Cannahis-Begeisterung eines Hans Söllner und der Zotigkeit eines Karl Dall angesiedelt und musikalisch einen saftigen Rock-'n'-Roll-Blues-SchIager schrammelnd, können "Joint Venture" ihren Anspruch als Lieder-macher der neuen Generation durchaus einlösen. Ihre Lieder sind so komisch wie überraschend, feingedrechselte Absurditäts-Lyrik steht neben deftiger Klowand-Poesie. Und manchmal nerven sie schlicht und einfach. Aber wer weiß, vielleicht tun sie das sogar mit Absicht.

 
Joachin F. Tornau 
 
Cocktail -Verlagsbeilage der WAZ 21.märz 97:
 
Mit Artischocken schocken
„Joint Venture": Siffig in den Weltuntergang schrammeln 

2Süffelmänner im Café Neudorf an der Krautstraße: "Joint Venture" schnappen sich am 22. März Gitarren und Mundharmonika und schrammein los. Das ist morgen. So richtig siffig sehen die beiden Bonner Götz Widmann und Martin Simon eigentlich gar nicht aus. Glaubt man ihren Songs, ist es jedoch ein Wunder, daß sie "älter als Kurt Cobain" geworden sind. Doch die bei-den halten viel aus. Wenn die zwei in einen ähnlichen Rausch geraten wie in Berlin vor knapp zwei Monaten, dann wird's ein verdammt guter Abend voll von staubtrockener Ironie, feuchtfröh-lichem Klamauk und bierernster Weltuntergangsphilosophie. 
Die Anfänge ihrer Bänkelsänger-Laufbahn waren echt hart. Martin mußte sich" immer erst schrecklich betrinken", damit er sich traute, zur Gitarre zu greifen. Doch dann kam vor elf Jahren Götz. Von da an tingelten sie gemeinsam als Joint Venture" durch die Straßen. Klappte über-haupt nicht, weil wir furchtbar schlechte Musiker sind". Und wenn die beiden damals so aus-sahen wie auf der ersten CD („Dinger"), hätte ihnen noch nicht mal Kurt Cobain was in die Mütze geworfen. Doch inner Kneipe ging's dann: Man hörte ihnen zu. Hörte die paar Semester Germanistik-Studium (Götz beteuert steif und fest. er habe sogar BWL durchgezogen) zwischen all den Süffel- und Mief-Vokabeln heraus. Verstand diese Wort-Kreationen, von denen man nie weiß, ob sie genial oder einfach grottenschlecht sind. 
Martin (Bund, Restaurantfachmann, Klempner) hat augenblicklich "keinen Bock mehr auf Arbeit". Singen ist natürlich keine Arbeit. Texten auch nicht. Überhaupt: diese Texte. Ne, also die sind einfach zu unanständig, um sie hierzu zitieren. Geht echt nicht, sorry. Die Themen wenigstens? Klar Frauen, saufen, die Leiden des Mannes in dieser miesen Welt. Die Kirche, Tiere (und was man aus einer Fliege und Edison alles herausholen kann). Und Pflanzen. Besonders Pflanzen. Artischocken und so. 
Bekannt sind die beiden bisher nur im kleinen Kreis. Doch bald soll es ihre CDs in jedem 
normalen Laden zu kaufen geben. Sie haben's versprochen.

 
Sabine Müller 
 
Bonner Rundschau oktober 95:
 
Ewige Bauchlandung

Wenn ich zu mir. ehrlich bin, hat mein Leben keinen Sinn. Abends blau und ohne Frau, morgens müde, Magen flau..." - sogehört sich das auch für echte Dinger! Von wegen schicke Wohnung, Clubausweise, teure Drogen, cooles Outfit. Künstler müssen darben: Worüber sollten die Dich-ter - Sänger (ergo: Dinger) sonst wohl singen? Spaßig, launig, ein bißchen politisch oder subver-siv, vielseitig auf alle Fälle, so kennt man das Bonner Gitarren-Duo JointVenture. 
Anläßlich ihres zweiten Bandgeburtstages stellten Götz Widmann und Kleinti Simon im Pantheon ihre neue CD „Augen zu" vor. Wie es sich für eine richtige Sause gehort, war der Kel-ler bei artiger Bestuhlung rappelvoll - und vom ersten Akkord an außer Rand und Band. Knutschende Teenies, schunkelnde Twens und lässig fußwippende ältere Semester lauschten zunächst gespannt der Live-Premiere im ersten Teil. Nach der Pause standen die betagteren Stücke zum Mitsingen auf dem Programm. Sie scheuen auf der Buhne kein Risiko und stürzen sich kopfüber in Widersprüche. Mal ziemlich erwachsen, dann wieder schauerlich jauchzend wie weiland die Bee Gees werden vor allem Alltäglichkeiten besungen. Sehnsüchte sind immer dabei: Was wäre das für ein Leben als Landkommunenhippie, „an einem Ort, wo man noch die freie Liebe kennt, wo man das Gras noch wachsen .sieht" Vielleicht liegt das Paradies ja irgend-wo in Holland. Augen zu und Gras geben! 
Zwischen Bierernst und Schnapsidee pendeln die Texte. Ein Song wie „Die Fliege" geriert sich einerseits ziemlich philosophisch aber andererseits albern bis zur Syntax. Erschlagen muß Mensch eine Fliege nicht, weil es sie ohnehin zwanghäft zum Licht zieht, zur glühenden Birne, wo sie „die Flügel richtig asozial verbnrizelt kriegt". Ob Sisyphos mit Stein oder Fliege ohne Bein, Joint Venture feiern die:ewige Bauchlandung — das stetig Aufrappeln und Weiterleben. Was für ein Streß! 
Streng akustisch setzen sie ihre Gitarrenläufe, simulieren harte Beats mit Baßmikrophon und Trommeln auf dem Brustkorb. Ausgefeilt aber nie ornamental, einfallsreich doch selten kom-pliziert sind ihre Melodien und Arrangements. A cappella überzeugt das Duo ebenso wie im Verbund mit Mundharmonika und E-Gitarre. Dichter? Sänger? Letztendlich kann sich jeder die Rosinen selber herauspicken und sich ein Bild machen. Augen zu! Dann sieht die Welt viel besser aus.

 
Dirk Meißner 
 
Rhein Main Presse 12.juni 97:
 
Zwei Weltverbesserer mit Miko und Gitarre
Konzert mit „Joint Venture" auf dem Roßmarkt 

Eine musikalische Überraschung auf dem Alzeyer Roßmarkt: 
Die Band „Joint Venture" aus Bonn gab hier unter freiem Himmel ihr musikalisches Repertoire zum Besten. „Joint Venture", das sind Götz Widmann und Martin Simon, die sich nach alter Liedermacher-Art einfach mit zwei Mikrofonen und zwei akustischen Gitarren unter den klaren Himmel setzten und losspielten. Schon nach den ersten Liedern war klar, daß es sich hier um sympathische, professionelle Musiker handelte, die durch die Vielfalt und die Kreativität ihrer deutschen Texte angenehm auffielen. Vor dem „Pfälzer Wald", dessen Inhaber Walter Kubat-schek dieses für die Zuschauer gratis zu genießende Freilicht-Konzert organisiert hat, sammelte sich bald eine Menschenmenge, angezogen von den ungewöhnlichen Tönen. 
Joint Venture, die es seit drei Jahren gibt und die seit zwei Jahren von ihrer Musik leben können, präsentierten eine Mischung aus politischem Kabarett und humoristischer Songs, aber auch melancholiach-philosophischen Titeln, die nach Aussage der beiden Musiker Jedoch die amü-santesten sind. „Im Grunde wollen wir schon die. Welt verbessern", meinten die beiden nach dem Konzert „Und mit Musik können wir damit im kleinen anfangen. Wir schreiben Texte, mit denen sich die Leute identifizieren können." 
DasPublikum war so in den Bann geschlagen, daß die beiden Musiker immer wieder auf die Bühne zurückkehren mußten und nach der fünfzehnten Zugabe mehr oder weniger  ausgelaugt flüchteten. Obwohl die Zeiger der Uhr die Mitternachtsstunde bereits weit hinter sich gelassen hatte, gab es keinerlei Beschwerden von den Anwohner, was wohl auf die friedliche Atmosphäre des Abends zurückzuführen ist.

 
jl 
 
Westdeutsche Zeitung vom 09.05.98:
 
Der völlig sorglose Umgang mit Humor und Ironie 
Die Köln-Bonner Liedermacher Joint Venture im Barmer LCB

Daß man für einen unterhaltsamen Abend nicht mehr braucht als ein Mikrophon, eine Gitarre und ein Publikum, das auch über sich selber lachen kann, ist nicht erst seit Jürgen von der Lippe bekannt. Doch die Zeiten von Ingo Insterburg & Co oder Otto Waalkes sind lange vorbei, und gerade humorige Liedermacher haben in Zeiten medientauglicher Betroffenheit und postfeministischer Orientierungslosigkeit ernste Nachwuchssorgen. 
Mit dem Köln-Bonner Duo Joint Venture zeichnet sich allerdings ein Silberstreif ab, der die Lücke zwischen inhaltsleerer Konsumierbarkeit und verbissener Ideologie federleicht überbrückt, und so war ihr Liederabend im Barmer LCB alles andere als eine Ansammlung tiefster Ernst-haftigkeit. Im bestuhlten und nahezu ausverkauften Haus fabulierten Götz Widmann und Martin Simon über ein Leben als Papst, karikierten die abendliche Diskothekenjagd nach Zweisamkeit und baten die Zuschauer beim "Landkommunen-Hippie" zum gemeinschaftlichen Indianer-gesang. Unter dem Motto „Ich brauch Personal", zugleich auch der Titel ihrer vierten CD, beant-worteten sie die Frage nach den Hausmannsqualitäten eines studentischen Singles ganz im Sinne kultivierter Faulheit, rangen um den Erwerb eines „Heiligenscheines" und brachten neue Aspekte in die Diskussion um die sitzende Verrichtung der männlichen Notdurft. Ihre leicht-gängige Ironie, die fast selbstverständliche Verdrehung zwischengeschlechtlicher Verhal- tens- weisen und die offene Thematisierung nicht nur erlaubter Rauschmittel trafen punktgenau den Nerv der Anwesenden, und so ging mitternächtlich ein Abend zu Ende, der überreichlichen Humor und offensichtliche instrumentale Schwächen der beiden zu einem sympathisch sorg-losen und gelungenen Konzept verband.
 

 
Dirk Jessewitsch 
 
MP - Würzburg 30.oktober 97:
 
Einfach gute Unterhaltung

Im Vorprogramm von „JBO" waren sie im Herbst unterwegs. Und die „unanständigen Lieder" (so auch der Titel der aktuellen CD) der beiden „Dinger" - irgend etwas zwischen -  Dichter und Sänger - Götz Widmann und Kleinti Simon kamen hervorragend an. Das Publikum grölte. 
Im Chambinzky präsentierten sie viele melancholische Stücke; ihre etwas ernsterre Seite. Nicht ohne auch hier einige Lacher abzuräumen. Wie in „Hank starb an ner Überdosis Haschisch", das vom ersten Haschisch-Drogentoten der Welt berichtet. Hank wurde übrigens von einem mit Dope gefüllten Container in Amsterdam erschlagen. 
Musikalisch bieten die zwei, mit akustischen Gitarren "bewaffnet", eine erstaunliche Band 
breite. Von arabischen Klängen bis hin zu HipHop ( ! ), bei letzterem muß man, sich nur noch das Schlagzeug zum deutschen Sprechgesang und der Klischee-Phrase an der Lead-Gitarre vorstellen. 
Apropos. Überflieger an den Instrumenten sind die beiden sicher nicht; brauchen sie aber auch überhaupt nicht zu sein.'Die provokanten Texte, die oft an der Kante zum Abrutschen in die Geschmacklosigkeit wandeln fangen sich immer im letzten Moment noch. Trotz einiger satirischen Anklänge tun sie allerdings auch keinem so richtig weh. Nein, Kabarett ist es nicht. 
Was dann? Gute Unterhaltung zum Beispiel.

 
Alexander Schmidt
 
Bonner Rundschau 22.oktober 96:
 
Joint Venture im Pantheon 
Heiter bis polemisch

Bonn: „Joint Venture"- Das ist kein Zusammenschluß von Gitarrenvirtuosen mit goldener Stim-me. Der Erfolg liegt in der eigenwilligen Darstellung der Texte, die irgendwo zwischen Reinhard Mey und den „Toten Hosen" angesiedelt sind. Seit drei Jahren sind die Gitarrenbarden Martin Simon und Götz Widmann als „Joint Venture" zusammen. Waren es am Anfang ein paar Freunde, die sich an den pointierten Liedern prächtig amüsierten, so gibt es mittlerweile eine echte Fangemeinde; die der nun entstandenen CD erwartungs- voll entgegenfieberte. 1994 war ein Auftritt bei „Rheinkultur" Auslöser des breiteren Interesses an dem Duo, und den beiden 1995 entstandenen CDs folgten Anfang diesen Jahres erste Radioauftritte. 
Im Pantheon feierten sie den dritten Geburtstag und die neuen Songs sind heiter, sarkastisch, ironisch auch mal polemisch. Bissiges über Politiker und einfach Komisches, auf Vegetarier gemünzt, hielten sich die Waage. Natürlich gab es viel Bekanntes für die Fans zum Wieder-erkennen wie „Haschischrauchen macht... „...immer noch harmlos". „Joint Venture" befindet sich in einem Schwebezustand zwischen doch recht platter Unterhaltung und treffenden satirischen Pointen. Auf jeden Fall bieten sie in ihren Konzerten eine Menge Spaß. Zahlreiche Zugaben lassen eher einen Abend unter Freunden assoziiren als ein Konzert.
 
Rainer Weber
 
Dinger - Augen zu - Unanständige Lieder - Ich brauch Personal - Extremliedermaching - Interviews, Portraits, Aktionen - International - Verrisse
 
das Archiv - Presse - Live
der Newsletter - Presse - Fotos - alte Infos - altes Gästebuch
zurück zur Übersicht schreib uns!Presse, Fotos, alte Infos usw.Downloadunsere Links, Kleintis Lomos, eure Fotos, der Einkaufsführer uva.Email, Gästebuch, Forum, Online-Shop, unser Newsletteralle Songs, die CDs, Texte, Soundfiles, Gitarrenakkorde Infos, Fotos, Termine, Presse
www.joint-venture.de die offizielle homepage von Joint Venture
Postfach 2341 - 53013 Bonn copyright 1999 by Joint Venture