23. Januar 2001
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Musik - die CDs - Augen zu - Eine göttliche Komödie
 
18.Eine göttliche Komödie 7:23

Sollten in ein paar Jahren die Lebensgeister aus mir fahren, 
laß ich mir die Hölle ersparn, ich laß mich kirchlich verscharrn. 
Ein bißchen Fegefeuer nehm ich in Kauf, sonst wird´s zu teuer. 
Erst in der Todesparanoia tret ich bei, so spart man Kirchensteuer.

Werd meine Sünden dann nochmal sehn, nochmal im Kaufhaus klauen gehn, 
die ganzen Betäubungsmittelvergehn, ich muß gestehn, ich fand´s schön. 
Krieg´s präsentiert, bis ich´s dann selbst einseh, das war wohl alles doch nicht ganz so okay.
Patri, filii e domi-nee, das reicht jetzt, ey! 

Da sag ich dann drei Vater unser dafür 
und dann wird mir Vergebung geschenkt. 
Plötzlich öffnet sich mir eine Himmelstür,
und ich weiß, daß nur der Herrgott lenkt.
 

Ein strahlender Engel erscheint, weiblich, jung und leicht gebräunt.
Ich seufz zu Gott, das hast du gut gemeint, mein Freund.
Sie ergreift mich und zieht mich empor, wir gelangen an ein Tor. 
Ein Wächter steht davor, ein siebenarmiger Mohr. 

Mein Engel redet auf ihn ein. Ich zeig ihm meinen Führerschein. 
Das scheint Beweis genug zu sein, er läßt mich rein. 
Gar nicht mal so ´ne harte Tür, vielleicht treff ich Freunde, drei oder vier,
vielleicht ist Jesus ja sogar hier. Ich wünsch es ihm und mir!

  Da sag ich dann drei Vater unser dafür 
und kriege selber Flügel angehängt. 
Plötzlich öffnet sich mir eine Himmelstür, 
und ich weiß, daß nur der Herrgott lenkt. 

Es schallt von oben, man erführe soeben, Herr Christus sei grad mal wieder am Leben.
Aber man würde das Problem beheben, mir wen anders geben. 
Die lassen ihn wieder krepiern.Oh je, und ich, was wird mit mir passiern, 
wen wern die mir da wohl serviern, na, ich hab nix zu verliern.

  Hab meinen Nächsten immer gern ergötzt, wird das als Wohltat eingeschätzt? 
Belohnen die mich jetzt, wen krieg ich vorgesetzt? 
Wenn ichs im Himmel wirklich besser finde, mich mit den Toten direkt verbünde, 
ob ich dann je wieder von hier verschwinde, das wär ja wohl Sünde. 

Da sag ich dann drei Vater unser dafür 
und kriege Goethe, Kant und Dante geschenkt. 
Plötzlich treten sie durch eine Seitentür, 
und ich frag mich, was sich der Herrgott dabei denkt. 

Drei so überirdische Wesen, was vertraten die nochmal für Thesen, 
warum bin ich so faul gewesen, so unbelesen? 
Ich werd von Zweifeln übermannt, ich, der den Erlkönig nicht mal verstand, 
Kant fand ich nie sehr interessant, Dante reicht mir die Hand. 

Er meint, er sei jetzt mein Vergil, ich weiß nicht, was er damit sagen will, 
erröte vor Schamgefühl. Meint er: Hey, bleib mal kühl. 
Die paar Worte mußt du mir verzeihen, mir dein Gehör eine Minute leihen. 
Du gehörst in unsere Reihen, wir wollen dich weihen. 

Sag nur noch schnell drei Väter unser dafür, 
und dann kriegst du einen Lorbeerkranz geschenkt. 
Dem Dichter öffnet sich im Himmel jede Tür, 
wir Geister schätzen es, wenn einer geistreich denkt. 

So ein Lob von einem toten Idol, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, 
für mein Geschmack n bißchen würdevoll, aber trotzdem toll. 
Ich kriege Lorbeerkranz und Heiligenschein, danach lassen die drei mich allein. 
Ein paar Neugierige finden sich ein, ich soll ein Sänger sein. 

Ja und nein, sag ich, wie man es sieht, einer hat ´ne Gitarre mit. 
Wer nichts bringt, ist ein Parasit, also bring ich ein Lied. 
Als hätte alles an mir Flügel gekriegt, das, was ich singe hat auf einmal Gewicht, 
und nirgends n glangweiltes Gesicht, ich fass es nicht. 

Da sagst du nur drei Vater unser dafür, 
und schon wird dir die Unsterblichkeit geschenkt. 
Plötzlich öffnet sich dir eine Himmelstür, 
und du begreifst, was so ein Herrgott denkt. 

Zeit, bitte bleib stehn, besser kann´s einem nicht gehn, 
ich kann den Dichterhimmel sehn, kannst verweilen, bist schön. 
Vom Applaus schwillt mir der Busen, so nen Erfolg darf man nicht verloosen, 
muß sofort mal ´n bißchen schmusen mit den himmlischen Musen. 

Nur noch Größe, Glanz und Ehre, nur noch Geist, ganz ohne Schwere, 
wenn nur die Körperlosigkeit nicht wäre, meine Hand greift ins Leere. 
Nein, ich laß mich nicht versuchen, ich werd immer auf den Himmel fluchen. 
Hier hab ich nichts zu suchen. Bei Jehovas Eunuchen! 

Da sag ich dann drei Vater unser dafür 
und wache auf und lieg in deinem Bett. 
Ich kann dich riechen, kann dich fühln,  
ich glaub ich bleib erstmal hier.  
Was ich da alles verloren hätt. 

 
 
produziert im August und September 1995 in Bonn von Constantin Gabrysch und Joint Venture
Text & Musik: Martin Simon und Götz Widmann

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