23. Januar 2001
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Musik - die CDs - Unanständige Lieder - Henri Zimmermann
 
Der Esel 2:01

Henri Zimmermann hat ne rauhe Jugend hinter sich. 
Viel bleibt auch nicht übrig unterm Strich, 
zieht man die Chancen ab, die mit fünfzehn Jahrn schon nicht mehr seine warn, 
aber er mußte unbedingt mal Papas Auto fahrn. 
Dafür gabs sechs Wochenenden im städtischen Zoo, 
aggressiv zu Tieren war Henri sowieso. 
Also hat er die Affen mit nem Schlauch malträtiert, 
und zuhause hat ers gleich an seinem Bruder ausprobiert.

Und weil der schwächer war hat er ihm immer verziehn. 
Und seine Eltern warn doch irgendwie stolz auf ihn. 
Und sie ließen ihn, er war so, wie er war. 
Dabei findet man einen wie Henri in jeder Bar. 

Henri hatte keine Mühle, er durfte ja nicht. 
Einmal wurd er dann doch von den Bullen erwischt. 
Ne beschissenen Wette, auch noch Schnaps im Blut. 
Was kann er denn dafür, wos doch jeder tut.

Die Mutter hat geweint, der Vater war still. 
Dann gabs doch noch Prügel, gottseidank nicht soviel. 
Paar Tage später tat es kaum noch weh. 
Mit dem Alten zum FC, dann war das auch okay.

Noch vor dem Spiel beim Dragan verzieh der ihm. 
Der verträgt mehr wie der Walter, er war stolz auf ihn. 
Und sie sagten, der wird ganz wie der Papa. 
Na klar, den findet man ja auch in jeder Bar. 

Die Schule war das Schlimmste und grad er mußte zwei Jahre mehr. 
Alle mit Mädels hintendrauf, er mit dem Fahrrad hinterher. 
Das geht nicht mehr lang so weiter, hat Henri sich geschworn 
und seine letzten zehn Mark am Geldscheißer verlorn. 

Und nur der Kümmelkemal hat ihm noch ´nen Fünfer geliehn. 
Dafür hat Henri ihm sogar seine Herkunft verziehn. 
Hunderterserie, hundertfünfzig wurden draus. 
Bei dem Besäufnis danach ging die Kohle wieder raus. 

Und weil er zahlte, warn heut alle mal nett zu ihm. 
Er war ein Gewinner, sie warn stolz auf ihn. 
Und er wußte, alles würde jetzt ganz anders als es war. 
Dabei findet man einen wie Henri in jeder Bar. 

So mit den ersten Frauen fing er sich dann. 
Und dank der Daggi hieß er bald Azubi Zimmermann. 
Im Betrieb ihres Vaters, Spedition Schmidt. 
Als der Alte ihn nicht mehr wollte, ging die Daggi gleich mit.

  Erst mal wieder besoffen, dann holte ihn der Bund. 
Sogar zum Spurn war er zu blöd und ein saudummer Hund. 
Am Wochenende der Papa hat gelacht. 
Endlich wird mal ein Mann aus die gemacht. 

Und wenn er alles vollkotzte verziehn sie ihm 
Er war Soldat und sie warn irgendwie Stolz auf ihn 
Ich sags ja unser Junge kommt schon irgendwie klar, 
dabei findet man einen wie Henry an jeder Bar 

Nach dem Barras fing er wieder zu arbeiten an. 
Maschinenführergehilfe Zimmermann. 
Morgens um sechs kam er nach Hause, ölverschmiert. 
War auch nicht das Wahre, hat selbst Henri kapiert.

  Hingeschmissen, lang was Neues gesucht, 
ob als Maurer oder Müllmann, immer hat er geflucht. 
Eins war übel überall, man hatte nen Boss. 
Und wenn es ganz beschissen kam gabs zu dem Boss noch nen Sproß. 

Wenn der mies drauf war, krochen alle noch viel tiefer vor ihm. 
Und sein Vater war so widerlich stolz auf ihn. 
Obwohl der Typ totale Scheiße war. 
Übrigens sitzt neben jedem Henri son Sohn an der Bar. 

Dann kam Henris Tag, es war Sahne pur. 
Lottogewinn, zweiter Rang leider nur. 
Nach der Kündigungsparty grad maln Fünftel davon weg. 
Kleiner Kredit und es reichte für ne Videothek. 

Den Dickkopf von der Mutter, vom Vater die Kraft. 
So hats Henri also doch noch ganz schön weit geschafft. 
Jetzt war er nicht mehr länger ein Untertan. 
Nein, er war jetzt Sir Henri Zimmermann. 

Jetzt war er der Herr, und alle krochen vor ihm. 
Und die Fraun, die er sich kaufte, waren stolz auf ihn. 
Und er wußte, er war jetzt der, der er wirklich war. 
Dabei findet man einen wie Henri in jeder Bar. 

Henri war jetzt für freies Unternehmertum, 
hatte groß in seinem Kleinbetrieb zu tun. 
Hatte Freunde, die was galten, Henri hatte jetzt ja Geld, 
Mann von Welt, der gut erzählt, Versprechen hält und richtig wählt. 

Es kam, wies kommen mußte, der klassische Fall. 
Steuernachzahlung und kein flüssiges Kapital. 
Der Mann bei der Bank meinte sachlich und nett, 
er würd ihm welches geben, ja wenn er Sicherheiten hätt.

Aber die Videothek war schon voll beliehn, 
und keiner seiner Freunde wollte bürgen für ihn. 
So sind die Menschen, glaub mir, Henris Geschichte ist wahr. 
Schau dich hier mal einfach um, na kuck, da sitzt er ja.

 
 
Live aufgenommen am 1.9. 1996 im Joint Venture, Arnhem und am 16:9.1996 im Herbrands, Köln
produziert von Constantin Gabrysch und Joint Venture
Text & Musik: Martin Simon und Götz Widmann

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